Sunday, October 14

meine mutter weckt mich zum abendessen. habe den halben tag wieder durchgeschlafen. es ist samstag, meine ferien haben begonnen und ich möchte mich erschießen. doch schlafen ist immernoch besser als wach sein. ich wälze mich herum und mein ärmel rutscht hoch. sie blickt auf die 2 schnitte, die gerade am heilen sind. 2 vertikale, parallel zueinander liegende schnitte am linken handgelenk, wo die adern verlaufen. es war kein richtiger versuch, nein. es war nur ein schwacher moment. sie sind tief, aber keinesfalls tief genug. ihre augen füllen sich mit mitleid und der blick fühlt sich an, als würde mir das herz aus der brust gerissen werden. doch das mitleid bringt mich nicht weiter, mitleid ist das letzte, was ich will. ich ziehe meinen ärmel runter und rolle mich wieder herum. "hast du noch von der salbe?", fragt sie. "ja.", nuschel ich in mein kissen. ich weiß, wie unglücklich ich sie mache, doch ich brauche unterstützung, ich brauche das gefühl, dass sie an mich glaubt. doch sie bleibt stumm. und ich kann es ihr nicht übel nehmen. wieso sollte ich auch? ich verkacke und falle weiter und auch, wenn ich nicht der auslöser bin, bin ich verantwortlich für die art, mit der ich damit umgehe. ich und niemand sonst ist schuld daran, dass ich mich zerstöre. doch ich sehe keinen anderen weg. irgendwie soll das alles nicht sein, das alles nicht klappen.

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