Friday, September 7

wir liegen im park. wüsste man nicht, dass es schon september ist, würde man denken, es ist hochsommer. ich habe meinen cardigan ausgezogen, schließlich kennt er mein geheimnis schon lange. wir kennen uns seit jahren und haben die letzten 4 schuljahr in einer klasse verbracht. wir reden über alles mögliche und bringen uns gegenseitig immer wieder zum lachen. ich liege an ihn gekuschelt, die eine hand in seiner, die andere liegt auf seinem oberkörper. wir schweigen eine weile, ich sehe in seinen augen die wolken am himmel, wie sie vorbeiziehen oder einfach verschwinden. er hebt meinen arm hoch und schaut sich die narben an, dann den anderen arm. doch ich ziehe nicht zurück, ich lasse ihn machen obwohl es mich überwindung kostet. "ich würde dich jetzt gerne was fragen", meint er, "aber ich will nicht unhöflich wirken." ich schweige kurz. "du kannst mich alles fragen. und wenn ich die frage nicht beantworten will, dann sage ich das.", antworte ich schließlich. er streicht sanft über die narben, so als würde er sich vergewissern wollen, dass sie wirklich da sind. "wie oft machst du das?", fragt er schließlich. ich spüre, dass es irgendwo in mir weh tut. vielleicht die tatsache, dass man sich überhaupt über sowas unterhalten muss, dass man so einen scheiß überhaupt macht. "ich hab' seit 3 wochen nicht mehr." ich vergrabe meinen kopf in seiner schulter, ich schäme mich, wofür weiß ich nicht. "3 wochen?", wiederholt er, "das ist gut, oder?" ich lächle schwach. "ja, ist es." "und woran liegt es, dass du es jetzt so lange nicht mehr gemacht hast?", fragt er weiter. die frage trifft mich wie ein schlag. "an dir.", sage ich. "wirklich?", fragt er. "ja." stille. "wow." er drückt mich fest an sich und streicht mir über den arm. ich rücke noch näher an ihn. ich habe dich noch nicht, nein, aber du bist meine definition von perfektion, du bist meine definition von glück.

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