Wednesday, July 11


mittlerweile ist es halb 3. vor einer stunde schon ist er schlafen gegangen. immernoch schaue ich mir das bild an, das er mir geschickt hat. er, sein bruder und sein kleiner neffe. im tierpark. an süßigkeit kaum zu übertreffen. ich kenne seine vergangenheit inzwischen. vielleicht nicht alles, aber viel. er weiß ein paar sachen über mich, doch längst nicht viel. er hat schon öfter gefragt, doch ich habe nie viel erzählt. an einem abend haben wir gemeinsam geweint. jetzt sitze ich hier und starre auf sein gesicht, das vor mir auf dem bildschirm ist. plötzlich verschwimmt meine sicht und tränen laufen mir über die wangen, ich schaukel vor und zurück, während sich meine fingernägel in meinen arm krallen und rote striemen hinterlassen. ich weiß, wie wunderbar er mich findet. schon lange. du hast mich doch garnicht verdient, du bist viel zu gut für mich, du hast mich nicht verdient. ich werde dich traurig machen, ich werde dich runterziehen, ich werde dir grund geben, zu verzweifeln und irgendwann zu verschwinden. ich werde ein fehler sein, ich bin schon jetzt dein fehler. was ist los mit mir? wieso weine ich wieder jeden abend? wieso brauche ich die klinge wieder? alles war okay, akzeptabel und jetzt bin ich zurück im teufelskreis, in der hölle meiner selbst, meiner gedanken. ich wünschte, du wärst hier. ich wünschte so, du wärst hier und könntest mich verstehen, alles wissen, ohne dass ich reden muss. gedankenlesen, aus tränen lesen. aus mir lesen.

1 comment:

  1. die klinge brauchst du nicht, denn niemand braucht sie. du weißt, was sie anrichtet. du bist gut genug, ansonsten würde er nicht an dir drankleben bleiben wie ein tesafilmstreifen. er sagt es dir in jedem satz, und das ist auch gut so, denn er hat recht.

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