Friday, June 1


"ich bin so aufgeregt grad. ich will raus, was machen.. hast du das auch?" - "ne." - "aber du sagst, das wäre normal."- "ist es ja auch. ich hab's manchmal. aber ich bin ja auch verbittert."- "du bist nicht verbittert."- "wie nennt man das sonst?"- "einsam." das finde ich jetzt ja fast noch schlimmer.

mama, ich will dich nicht mehr traurig sehen, nicht mehr mit müden augen. ich will nicht mehr hören, wie mein vater dich fertig macht, dir jeden fehler jeden tag vorhält, während er seine immer außer acht lässt. seit ich denken kann, geht es schon so. ich kann es nicht mehr ertragen. mama, ich liebe dich zu sehr, als dass ich dich traurig sehen kann. ich will dich lächelnd, fröhlich, strahlend sehen. wie du es verdient hast. ich heule mir jeden tag die augen aus wegen dem ganzen scheiß. ich weiß, ich habe dich enttäuscht damals, als ich dir von der sucht erzählt habe. und ich will dich nicht nochmal enttäuschen. ich will dir zeigen, wie sehr ich dich liebe. doch ich kann es nicht. ich kann keine gefühle, keine liebe mehr zeigen. ich bin kalt wie ein eisblock. ich will mich so gerne schneiden, doch ich darf es nicht. irgendwie muss ich ohne durchkommen. ich versuche an mir zu arbeiten, denn ich weiß, dass emotionen nichts schlimmes sind. doch bis jetzt habe ich nicht wirklich viel erreicht. ich habe angst um dich. ich habe angst, dass du noch mehr kaputt gehst. oder dass du stirbst, vielleicht bei einem autounfall. plötzlich. und du nie wissen wirst, wie viel du mir bedeutest. wie sehr ich zu dir und deiner stärke aufschaue. wie sehr ich dich liebe. ich kann die tränen nicht mehr runterschlucken und kein wort verlässt mehr meinen mund. es tut mir leid. alles tut mir leid.


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