Tuesday, May 22

ich hasse meine narben. vor einiger zeit dachte ich für einen kurzen moment, sie würden mich in irgendeiner weise zu was besonderem machen, einer art unikat. ja, ist klar. nicht. inzwischen kann ich zwar ohne lange ärmel durch die stadt laufen oder in der klasse sitzen, doch ich spüre, sehe ihre blicke. "eey, du hast dich geritzt." ich kenn' dich nicht, aber du gehörst geschlagen, fuckface. ich habe das gefühl, es schreckt die leute ab. vorallem jungs. manche fangen an zu flüstern, zeigen ach so unauffällig drauf. erst heute wieder meinte ich nur: "geht's noch auffälliger?" ich finde es unverschämt, so zu glotzen. meinetwegen können sie reden, mir egal, doch vielleicht nicht so, dass ich es mitkriege. ich fühl' mich wie'n alien, wie shrek- grün, hässlich. doch ich will den sommer genießen, irgendwie. und ich werde auch in's freibad gehen, an den see und werde mich dort im bikini hinlegen, egal, wie groß meine scheu vor mir selbst ist. doch es ist unter meiner haut, es kribbelt, es macht mich wahnsinnig. einige sind verblasst, andere nicht. groß und rosa pragen sie da, als würden sie nur darauf warten, dass jemand sie anglotzt. ohja, narben haben 'en eigenleben, ist klaaaaar, nevenka. mein innenschenkel nervt mich am meisten. "denk' doch mal daran, wie hässlich das macht.", hatte mama damals gesagt. doch darüber habe ich nicht nachgedacht. doch es ist unsexy, unschön und absolut hässlich. und mein oberschenkel auch. es ist verkorkst. es ist paradox. ich habe nach schönheit gestrebt und mich gleichzeitig so unendlich hässlich gemacht. mama hat mir 'ne salbe mitgebracht, sie wirkt ganz okay. ich wünschte, ich könnte alles webzaubern. ich wünschte, ich könnte meine vergangenheit auslöschen. ich komm' auf mich nicht klar, doch erst heute in der schule "man muss lernen, sich selbst zu akzeptieren, nur so kann man glücklich werden."- bin voll dabei.


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